Mit klarem JA der Gemeinde kann gebaut werden

Götzis hat nach langen Verhandlungen mit den ÖBB eine Übereinkunft über den Neubau unseres Bahnhofs erreicht. Das Projekt ist bis auf einige Details fertig und qualitativ so gut, dass es als Vorbild für kommende Bahnhofsumbauten gelten kann.
Kernbaustein aus Sicht der Gemeinde ist die neue Rad-/Fußweg-Unterführung. Sie wird vor allem das langjährige Versprechen nach einer vollwertigen Verbindung der Ortsteile beidseits des Bahnhofs erfüllen. Zudem verkürzt sie viele Wege und bietet mit einer Rampe wie bisher einen stufenfreien Zugang zum Bahnsteig 2.
Die ÖBB haben die Pläne noch aufgewertet und wollen ein modernes Vorzeigeprojekt umsetzen. Mit großer Photovoltaik-Anlage, Baumpflanzungen nach dem Schwammstadtprinzip, begrünten Parkplätzen uvm. Die erforderlichen Geldmittel sind im neuen ÖBB-Rahmenplan vorgesehen, die ersten Vorarbeiten haben schon begonnen.
Alles startklar?!
Es fehlt noch das finale JA der Gemeinde, damit der neue Bahnhof so gebaut werden kann, wie mit der ÖBB-Infra vereinbart.
Jetzt geht es um die Finanzierung!
Die neue Rad-/Fußweg-Unterführung ist der größte Teil, den Götzis zu finanzieren hat. Je nach Höhe der Förderung geht es dabei um einen einstelligen Millionenbetrag.
Eine Menge Geld, doch in Relation zur langfristigen Nutzung und der Wichtigkeit für die Bewohner:innen und die täglich tausenden Nutzer:innen ist das durchaus zu verantworten. Ähnlich wie die neue Volksschule Markt ist der Bahnhof mit der neuen Unterführung ein MUSS-Projekt. Vor allem deshalb, weil auf etliche Jahrzehnte hinaus keine Korrekturen möglich sind, braucht es jetzt die klare Zusage zur Finanzierung.
Umso erstaunlicher sind Aussagen aus der Politik – mittlerweile aus mehreren Fraktionen – dass auf die Unterführung verzichtet werden soll, um Kosten zu sparen.
Das klingt bei leeren Gemeindekassen zunächst verlockend, hätte aber weitreichende Auswirkungen:
- Was kostet es, die Bevölkerung beiderseits der Bahn über Jahrzehnte voneinander zu trennen?
- Was kostet es, die zentrale Verkehrsdrehscheibe Götzner Bahnhof dauerhaft einzuschränken?
- Was kostet es, den Radverkehr der Region zu blockieren?
- Was kostet es, die sichere Verbindung zur Schule und zum aufstrebenden Wohn- und Geschäftsgebiet zu verhindern?
Nein zur Unterführung, heißt nein zum Bahnhof!
Denn die Vereinbarung mit der ÖBB gilt nur im Paket.
Die ÖBB-Infra hat erklärt, die Entscheidung für die Erneuerung des Bahnhofs Götzis bei Ablehnung der Rad/Fußweg-Unterführung nochmals zu überdenken.
Das hätte womöglich zur Folge:
- Der Umbau wird erneut verzögert.
- Die alten Pläne ohne Hausbahnsteig werden wieder hervorgeholt.
- Damit ist der Weg Bus-Bahn immer mit Treppensteigen oder Lift, erhöhtem Zeitbedarf und vermehrtem Versäumen von Anschlüssen verbunden.
- Der Aufenthalt auf dem Inselbahnsteig ist weniger sicher, wenn beidseits schnelle Railjets (bis zu 160 km/h) oder Güterzüge vorbeifahren.
- Es gibt keine Rampe zum Inselbahnsteig. Bei Ausfall des Liftes kommt es zu den von den anderen Bahnhöfen bekannten Problemen für Menschen mit Gehbehinderung, im Rollstuhl, mit Kinderwagen, Fahrrad usw.
Weitere Konsequenzen ohne klares JA zum Bahnhof:
- Es gibt keine Radunterführung zwischen Kirlastr. und Appenzellerstr. (ca. 1 km Abstand – viel größer als in anderen Gemeinden).
- Das wichtigste Verbindungselement im Götzner Radverkehrsnetz fehlt auf Dauer. Die Bahnquerung der im Radwegenetz wichtigen Alltagsroute Götzis-Mäder bleibt mangelhaft.
- Der Weg zur Schule und Kindergarten Blattur wird erschwert. Die fehlende Radverbindung trifft Schüler und Eltern mit/ohne Kinderanhänger.
Aus Götzner Sicht gibt es nur ein schnelles JA zum neuen Bahnhof, jetzt wo die ÖBB am Start sind!