DANKE!

Wir bedanken uns bei allen Götznerinnen und Götznern, die am Sonntag zur Abstimmung gegangen sind! Das Ergebnis dient uns nun als Basis für das weitere Vorgehen in Sachen Gemeindegrundstück Garnmarkt Nord.

Leider konnten wir für unser Anliegen, die ganze Fläche unbebaut zu lassen, keine Mehrheit finden. Mit 33,9 % JA Stimmen und 66,1% NEIN Stimmen ist das Ergebnis klar ausgefallen.

 

Grünraum gewinnt 

Einen heimlichen Gewinner gibt es nach der Volksabstimmung ganz sicher – den Grünraum im Zentrum. Durch die Thematisierung von fehlendem Grünraum im und um den Garnmarkt konnten wir ein teilweises Umdenken erwirken. War 2015 noch von einer kompletten Verbauung die Rede, haben wir jetzt eine Verhandlungsbasis von 60/40 (bebaut/unbebaut) sowie die Zusage von weiteren kleinen Flächen im Gelände selbst. 

Auch die bestehenden als Grünraum gewidmeten Flächen wurden im Gemeindeblatt als grüne Flächen beworben. Wir werden sicher sehr genau darauf achten, was von den versprochenen Flächen nun umgesetz wird und in welcher Qualität. Damit wir alle endlich auch öffentliche Grünflächen im Zentrum haben, die wir betreten dürfen und auch betreten und nutzen wollen.

 

 

 

Pro und Kontra – Fakten weiter gedacht

Es ist immer gut, wenn man zum Kontra auch das PRO hat. Ergänzende Informationen zu den Argumenten der Verbauungsbefürworter.

Gemeindepark? Rathauspark?

Seit Bekanntwerden der Volksabstimmung zum Gemeindepark wird in Götzis plötzlich jede gefundene oder lange vergessene Grünfläche zum Park erhoben. Manche haben sogar schon propagiert „ganz Götzis ist ein Park“.

So wird der Rathausgarten neuerdings auch „Park“ genannt. In Wahrheit ist es der Vorgarten des Rathauses mit eingezäuntem Teich und Weg zum dahinter liegenden Spielplatz. Die Öffnung wurde von uns begrüßt, und als Zwischenlösung in der Gemeindevertretung beschlossen, damit die Schülerbetreuung von der Bahnhofstraße aus auf kurzem Weg zum Spielplatz kommt.

Rathausgarten: Ein schön gestalteter Vorgarten mit Zugang zum Spielplatz – aber kein Park.

Jetzt kann man sich hier auf ein neues „Götzner Bänkle“ setzen und den Gemeindebediesteten bei der Arbeit zusehen. Schön hergerichtet, aber ohne weitere Funktion. Diese Fläche und auch der dahinter liegende Spielplatz gehören in der Folge noch weiter entwickelt.

Den Garten einen Park zu nennen, gehört wohl eher zur gezielten Ablenkung vom Gemeindepark. Und es zeigt deutlich, dass es im Zentrum nur noch das Grundstück am Garnmarkt Nord sowie die „Blumenwiese“ bei der Kirche gibt.

Aus Argumentationsnot heißt es vielleicht bald auch Volksschul-Park, Jonaschlössle-Park, Neben-der-Blatturschule-Park, Haus-der-Generationen-Park, Vergessener-Spielplatz-bei-der-Post-Park, Ein-Strauch-AmGarnmarkt-ist-auch-ein-Park oder Was-auch-immer-Park.

Verbinden statt ausschließen

Es ist kein Widerspruch, sich für Grünraum zu entscheiden in einer wirtschaftlich blühenden Gemeinde. Qualitätsvoller Grünraum im Zentrum kann die wirtschaftlichen Interessen sogar befruchten.

In Götzis haben wir NOCH diese Möglichkeit. Es geht um Aktions- und Erholungsraum als lebendiges Gegenüber, als Ergänzung und Ausgleich zur anderen Lebendigkeit des Shoppings und Flanierens am Garnmarkt.

Es ist der Wechsel, der Lebensqualität ausmacht: Aktiv und Passiv, Leisten und Erholen, Konsumieren und Selbst-aktiv-werden.

Wirtschaft der Zukunft

In einem Wirtschaftsmodell, das auf Wachstum aufgebaut ist, wird der Trend nach Erweiterung, nach immer noch mehr nicht aufhören. Zudem zeigt sich in diesem Modell immer deutlicher, dass es Geld nach oben verteilt, also Gewinne privatisiert und Kosten verteilt.

Es wäre Zeit, gerade in einer Gemeinde wie Götzis, die kaum noch Grundreserven hat, verstärkt kooperative, auf den Menschen gerichtete Wirtschaftsformen zu fördern. Es wäre auch Zeit, genau zu hinterfragen, worauf ich als Gemeinde verstärkt den Fokus lege.

Die Abhängigkeit von wenigen Investoren – wie in Götzis – hat auch ihre Schattenseiten – es wird zu viel diktiert und zu wenig hinterfragt.

Finanzen: Der 1,3 Millionen-Schmäh

Ein Verkauf des Grundstücks wäre nur ein Einmaleffekt und würde das Budget nicht sanieren, sondern kaschiert nur einen Teil des Abgangs. Spätestens 2019, wenn auch Gemeinden eine Art Bilanz vorlegen müssen, funktionieren diese „Tricks“ nicht mehr, da Grundstücke als Wertanlage aufscheinen, oder wenn man sie verkauft hat, eben nicht mehr aufscheinen. Ein Verkauf wäre eine kurzsichtige Entscheidung für einen Einmaleffekt im Budget 2017.

Ganz Götzis im Blick

Ohne viel zu hinterfragen wird seit über 10 Jahren von den Gemeindeverantwortlichen beim Thema Zentrumsgestaltung aus Sicht des Garnmarkts heraus agiert. Es hat sich mit den Jahren wohl eine Art Betriebsblindheit eingestellt, anders ist diese gebetsmühlenartige Wiederholung von „wir brauchen einen Abschluss sonst geht Götzis unter“ nicht zu erklären.

Die Verantwortung der Gemeinde sollte über den Garnmarkt hinaus gehen. Es gilt das richtige Maß zu finden. Nicht die Gemeinde ist für den Garnmarkt da, sondern der Garnmarkt ist eine Bereicherung in einer auch sonst gut aufgestellten Gemeinde. Genauso wie ein Gemeindepark eine Bereicherung für die Gemeinde und den Garnmarkt darstellt.

Vertrag 2010

Der Vertrag zum Kauf des Grundstücks Garnmarkt Nord kam einzig mit dem Wissen und der Annahme zustande, dass auf dem Grundstück ein eingeschoßiges Feuerwehrhaus gebaut wird; das Siegerprojekt zeichnete sich aus durch den sanften Übergang zum bestehenden Wohngebiet. Niemand, auch nicht die Betreiber, haben damals von nötiger Frequenz oder Handelsflächen zur wirtschaftlichen Absicherung des Garnmarktes gesprochen – das wäre auch absurd gewesen! Es scheint eher so, dass die jetzt ins Spiel gebrachten Regressforderungen gezielt als Angstmache heraufbeschworen werden.

Der Bebauungsplan Garnmarkt Nord, fand 2015 keine Mehrheit. Nicht nur von uns, sondern auch von der FP und SP/Parteifreie wurde er abgelehnt. Aus unserer Sicht fehlt die Betrachtung mit einem Park – zumindest als Variante – bis heute.

Was kostet ein JA?

Erst einmal muss festgestellt werden, dass die Gemeinde dieses Grundstück bereits besitzt. Es wird also jeden Tag mehr wert und kostet nichts.

Ein Ja betrifft am 19.3. nur die Widmung von Kernzone mit dichter Verbauungsmöglichkeit in eine Vorbehaltsfläche Park, mit zeitlicher Begrenzung. Das gibt allen Zeit zum Nachdenken und zum Abwarten der sozialen, der baulichen und wirtschaftlichen Entwicklung im Zentrum unserer Gemeinde. In der Zwischenzeit ist unsere Vision für dieses Grundstück ein naturnah gestalteter Begegnungsraum für alle Götznerinnen und Götzner, durch den im wahrsten Sinn des Wortes nichts „verbaut“ wird.

Kompromisslos demokratisch

Von Seiten der Gemeinde war und ist man nicht bereit, unsere Bedenken und Überlegungen auch nur im Ansatz in Erwägung zu ziehen. Wenn sich die Politik in so wichtigen Fragen nicht einig wird, ist es richtig und legitim, die Bevölkerung entscheiden zu lassen. Wie die breite Unterstützung im Vorfeld der Volksabstimmung gezeigt hat, wollen das sehr Viele: Die Bürgerinnen und Bürger von Götzis sollen um ihre Meinung gefragt werden und mitentscheiden, wie ihr Dorfzentrum aussehen soll.

Niemand von uns kann wissen, wie die Entwicklungen weitergehen. Künftige Generationen sind sicher dankbar, wenn sie noch Spielraum zum Gestalten im Ortszentrum haben.

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Es braucht die ganze Fläche – die Schattenseiten einer Bebauung

Die Qualität von Grünflächen wird maßgeblich durch ihre Größe und ihr Umfeld bestimmt.

1600m2 neben Einfamilienhäusern sind vielleicht genug Platz. Neben vier- bis fünfstöckigen Gebäuden – wie im Garnmarkt Nord vorgesehen – werden 1.600m2 schnell zur zwangsläufig notwendigen Fläche zwischen zwei Gebäuden. Durch die Höhe dieser Gebäude ist die Fläche oft beschattet und durch die Nähe und Dimension der Gebäude wirkt der Raum dann schon sehr eng (siehe Beitrag „Ergänzende Information zur 60/40-Darstellung im Gemeindeblatt“).

Beim Lokalaugenschein auf dem Grundstück hat sich gezeigt, dass es die gesamte Fläche und den Straßenraum braucht, um allein die Einschränkungen durch die Beschattung umliegender Gebäude zu kompensieren.

Hinzu kommt, dass mit der vorgeschlagenen Bebauung auch die Tiefgarage unter der Grünfläche weitergeführt werden soll. Der Beton unter der Grünfläche schränkt die Möglichkeiten weiter ein.

Grünfläche Garnmarkt Ost

Im Osten zwischen dem Garnmarkt und den Gebäuden an der Hauptstraße befindet sich dieser schmale Streifen mit ca. 600m2 Fläche. Im Umfeld befindet sich die nicht öffentliche Spielfläche der Kinderbetreuung, abgetrennt durch einen Zaun. Im vorderen Teil sind Wohnungen sowie das Betreute Wohnen. Hinten grenzen auf jeder Seite die Gärten der Nachbarn an. In diesem sensiblen Umfeld sind die Möglichkeiten eingeschränkt, da die Interessen so verschieden sind.

Die ins Spiel gebrachte Grünfläche Garnmarkt Ost ist kein Ersatz für einen ganzen Park.

Garnmarkt Ost: Zaun bleibt teilweise, wegen der Spielfläche der Kinderbetreuung daneben.

JA zu qualitätsvollem Grünraum!

Ein JA zur ganzen Fläche, heißt auch ja zur letzten Möglichkeit, im Zentrum eine zusammenhängende, parkähnliche, qualitätsvolle Grünfläche zu realisieren.

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Ergänzende Information zur 60/40-Darstellung

Von den Verbauungsbefürwortern wird argumentiert, dass ohnehin ein wesentlicher Teil der Fläche unbebaut bleibt. Das ist korrekt, verschweigt jedoch zwei wesentliche Aspekte des Vorhabens:

Letzter Baustein? Oder unterkellerter Restpark mit Alibibäumen?

Die Tiefgarage wird unter der Grünfläche durchgeführt, auch unter dem Nachbargrundstück – die nächste Erweiterung ist somit schon vorbereitet. Wie viele „Letzte Bausteine“ sollen hier noch kommen?

Warum wird in der Gemeindeinformation das Umfeld nicht so dargestellt, wie es in Zukunft eher sein wird?

Mit der Darstellung der künftig möglichen Bebauung wird erkenntlich, dass nur noch eine Mindest-Grünfläche zwischen zwei Bauten und der Landesstraße L58 übrig bleibt. Keine Spur von Erholungsraum oder „Mehrgenerationenpark“.

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Gemeindepark – Qualitätsvoller Grünraum im Zentrum

Die Menschen in Götzis wollen mitbestimmen, wie ihr Zentrum in Zukunft gestaltet wird! Die 1.290 Unterstützungserklärungen für die Volksabstimmung sind ein klarer Auftrag an die Politik, dass jetzt zuerst die Bevölkerung am Zug ist und dann auf Basis dieser Entscheidung eine Lösung erarbeitet werden soll.

In unserer heutigen Gesellschaft werden jegliche öffentlichen Lebensräume beengter, künstlicher, reglementierter und damit ärmer an Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen Freiräume attraktiv zu gestalten. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Fähigkeiten spielerisch zu entwickeln und selbstbestimmt Natur, Gemeinschaft, Abenteuer und auch natürliche Grenzen zu erleben. Andererseits sollen auch die Erwachsenen diesen Naturraum zur Erholung nützen können. Die Möglichkeit, in parkähnlich gestaltete Naturräume einzutauchen und dort das Veranstaltungsangebot kreativ zu nützen, soll helfen, die eigenen schöpferischen Kräfte zu mobilisieren. Wertschätzung von Natur und Heimat werden so auf kreative Art gefördert.

Dieser Text steht nicht etwa in einer Broschüre einer Großstadt – sondern in der Einladung an alle Bewohner von Göfis zur Mitgestaltung einer öffentlichen Begegnungsfläche im Dorf. Ganz Göfis ist sicher noch mehr Park als Götzis – aber selbst in dieser relativ kleinen Gemeinde hat man den Mehrwert solcher gestalteter Freiräume im Ortszentrum erkannt und danach gehandelt. (Spiel – und Freiraum Bugo-Garten Göfis, umgesetzt 2014)

Gemeindeparks sind kein Luxus

Qualitätsvoller Grünraum im Zentrum in einer entsprechenden Größe ist ein wichtiges Thema in sehr vielen Gemeinden. Und es gibt genügend Beispiele: Altach hat eine Grünfläche mit Spielplatz mitten im Dorf. In Frastanz gibt es einen gelungenen Gemeindepark mit altem Baumbestand mitten im Zentrum. Göfis mit dem Bugo-Garten und die Vorarlberger Städte sowieso. Ein Park wird nicht als Luxus gesehen, der nur Kosten verursacht, sondern als sehr wertvolle Investition.

Warum soll das nicht auch bei uns möglich sein, wo gerade im Umfeld dieses Grundstücks zahlreiche Wohnungen entstanden sind und noch entstehen werden, wo attraktive Einkaufsmöglichkeiten geschaffen wurden und so ein Zentrum entstanden ist, das zwar mitten im Ort liegt, aber noch wenig durchlässig ist, fast ein eigenes Zentrum im Zentrum. Ein weiterer Baukörper als Abschluss quer zur Achse der bestehenden Gebäude wird diesen Eindruck noch verstärken.

Es ist nicht die Frage, ob wir uns einen Park leisten können, sondern ob wir es uns leisten können, nicht darüber nachzudenken!

Vielseitiger naturnaher Erlebnisraum

Der Gemeindepark mit einer naturnah gestalteten Spiel – und Freifläche bietet neue Möglichkeiten für die Gastronomie an der L58 – quasi „übr´d Gass“.

Mit einer Gestaltung der Grünfläche stehen dann auch kreative Außenbereiche für die Kinderbetreuungseinrichtungen am Garnmarkt zur Verfügung. Für Veranstaltungen im Freien gibt es vielfältige Möglichkeiten. Von der spontanen Jam-Session bis hin zum Theaterzelt und Lesungen der Bibliothek. Und nicht zuletzt wird sich für die gesamte Götzner Bevölkerung die Attraktivität des Ortszentrums erhöhen, wenn es dort Begegnungsraum gibt, Treffpunkte ohne Konsumzwang mit Spielmöglichkeiten für Kinder, aber auch ganz einfach „Bänkle“ unter Bäumen um Sonne zu tanken.

Daran mitzuwirken laden wir alle ein. Gehen Sie zur Volksabstimmung am 19. März. Allein schon eine „Denkpause“ vor der endgültigen Verbauung kann unserer Dorfmitte die Chance geben, von einem Einkaufszentrum zu einem Begegnungsraum zu werden und so beide Qualitäten miteinander zu verbinden.

Baue Kindern eine Hütte, und sie werden Bretter daraus machen! Gib Kindern Bretter, Hammer und Nägel, und sie werden eine Hütte bauen. Die nachwachsende Generation will gestalten. Wer diesen Wunsch nicht aufbauend ermöglicht, verurteilt unsere Kinder zum Zerstören.

Dr. Reinhard Witt in seinem Buch „NaturErlebnisRäume“

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