St. Arbogast – Idyll oder Parkplatz?

Foto: Carl Struben, Gottesdienst im Freien.

Dem idyllischen St. Arbogast, letzthin sogar Kandidat für die österreichweite ORF-Show 9 Plätze 9 Schätze, soll viel von seinem Charme genommen werden. Ein neues Konzept des Bildungshauses mit einer Erhöhung der Tagesveranstaltungen führt auch zu erhöhtem Verkehrsaufkommen. Die Anreise soll motorisierten Gästen erleichtert werden. Deshalb sollen Bäume und Wiesen Parkplätzen weichen. Muss das so sein? 

Nicht nur entlang der Straße zum Bildungshaus sind zusätzliche Parkplätze geplant, sondern auch die Wiese gegenüber der Wallfahrtskirche im Besitz der Gemeinde soll zum Parkplatz umgebaut werden. Wo früher im Freien Messe gefeiert wurde, sollen jetzt Autos das althergebrachte und rundum geschätzte Ambiente zerstören: Parkplätze überall – keine Gefahr mehr, für die ORF-Show je wieder nominiert zu werden!

Ein florierendes, sich entwickelndes Bildunghaus ist wichtig. Auch die Erreichbarkeit für die Besucher:innen.
Aber: Kein Konzept darf den eigentlichen Schatz von St. Arbogast gefährden –
den seit jahrhunderten geschätzten Wallfahrtsort mit seinem Ambiente. 

Die Gemeinde hat mit Respekt vor diesem Erbe und mit Weitsicht in die Zukunft zu agieren, wenn es um Flächen in einem so sensiblen Gebiet geht. Dass jetzt ein privates Unternehmen auf Gemeindegrund seine Parkplätze bauen können soll, sehen wir als falschen Weg. Dabei ist das gar nicht nötig!

Mit dem Bau würde massiv in die Landschaft eingegriffen. Und egal, wie man ihn gestaltet, es bleibt ein Parkplatz. Die Wiese ist wertvoller Entwicklungsraum für Arbogast und sollte aufgewertet werden. So können wieder Menschen in Arbogast feiern und beten, wie einst bei der Messe im Freien auf dem Titelbild der Brennnessel 08/2026.

Es geht beides – mehr Parkplätze fürs Bildungshaus UND St. Arbogast als Ort aufwerten.

Idylle St. Arbogast UND Parkraum fürs Bildungshaus! Beides ist möglich, auch ohne neuen Parkplatz, mit viel weniger Aufwand und sogar schneller. 

Das KI-generierte Bild lässt erahnen, wie viel Fläche durch die Parkplätze verloren ginge.
Kein neuer Parkplatz an diesem Ort!
Das KI-generierte Bild zeigt eine mögliche Gestaltung dieser Fläche, die St. Arbogast in Funktion und Qualität aufwertet und nicht verparkt

St. Arbogast ist viel mehr als Parkplatz und Zufahrt für das Bildunghaus. Es ist zuerst ein Wallfahrtsort mit Gasthaus in einem außergewöhnlichen Ambiente. Für viele Götznerinnen und Götzner ein wichtiger Ort zum Wandern, Einkehren, Beten, Feiern, der erhalten werden muss.

Das Bildungshaus ist vor allem wegen der Gastfreundschaft, der Ruhe und der Natur so beliebt. Ein neues Betriebskonzept erfordert nun offenbar mehr Parkplätze – auf Gemeindegrund! Der Bedarf kann verträglich, ohne neuen Parkplatz abgedeckt werden und ohne die Wirkung dieses Ortes zu gefährden, wenn man den Blick etwas weitet.

Vorhandenen Parkplatz ausbauen
Es gibt beim Salzsilo, ca. 220 Meter vom geplanten Standort entfernt, bereits einen bestehenden Parkplatz der Gemeinde. Dieser kann fast um die gleiche Anzahl Parkplätze erweitert werden. Mit geringerem Aufwand, ohne Umwidmungen und ohne Landschaftseingriff. Mit den gesparten Ressourcen kann zusätzlich die Straßenquerung und der nur 3 Minuten längere Weg neu gestaltet werden, damit Besucher:innen bequem zum Bildungshaus kommen.

Win Win für alle
Das Parkplatzangebot kann nach Wunsch des Bildungshauses erhöht
werden UND St. Arbogast bleibt, wie es ist, ein Idyll – mit allen Chancen, den Platz um die Kirche aufzuwerten.

Aktuell wird von Gemeinde und Bildungshaus an der Öffentlichkeit vorbei am neuen Parkplatz statt der Wiese festgehalten – ohne Rücksicht auf das Gesamtbild. Möglichst schnell sollen offenbar Tatsachen gesetzt werden.

Es gibt Lösungen, die der Verantwortung für das Bildungshaus und dem idyllischen Ort St. Arbogast gerecht werden. Mit weniger Aufwand, weniger Eingriff in die Landschaft und das sogar schneller. Jetzt ist eine Entscheidung für ganz St. Arbogast gefragt!