Beim diesjährigen Faschingsumzug sah man auch die Götzner Stoabiesser.
Statt Bonbons verteilten sie echte „Bölla“ – Säckle voll (essbarem) Kies mit der Aufschrift:
Verkopf di nit, mir verschenkand z´Götzis s´Kies
Die Qualität von Grünflächen wird maßgeblich durch ihre Größe und ihr Umfeld bestimmt.
1600m2 neben Einfamilienhäusern sind vielleicht genug Platz. Neben vier- bis fünfstöckigen
Gebäuden – wie im Garnmarkt Nord vorgesehen – werden 1.600m2 schnell zur zwangsläufig
notwendigen Fläche zwischen zwei Gebäuden. Durch die Höhe dieser Gebäude ist die Fläche
oft beschattet und durch die Nähe und Dimension der Gebäude wirkt der Raum dann schon sehr
eng (siehe Beitrag „Ergänzende
Information zur 60/40-Darstellung im Gemeindeblatt“).
Beim Lokalaugenschein auf dem Grundstück hat sich gezeigt, dass es die gesamte Fläche und
den Straßenraum braucht, um allein die Einschränkungen durch die Beschattung umliegender
Gebäude zu kompensieren.
Hinzu kommt, dass mit der vorgeschlagenen Bebauung auch die Tiefgarage unter der Grünfläche
weitergeführt werden soll. Der Beton unter der Grünfläche schränkt die Möglichkeiten weiter ein.
Im Osten zwischen dem Garnmarkt und den Gebäuden an der Hauptstraße befindet sich dieser
schmale Streifen mit ca. 600m2 Fläche. Im Umfeld befindet sich die nicht öffentliche Spielfläche
der Kinderbetreuung, abgetrennt durch einen Zaun. Im vorderen Teil sind Wohnungen sowie das
Betreute Wohnen. Hinten grenzen auf jeder Seite die Gärten der Nachbarn an. In diesem sensiblen
Umfeld sind die Möglichkeiten eingeschränkt, da die Interessen so verschieden sind.
Ein JA zur ganzen Fläche, heißt auch ja zur letzten Möglichkeit, im Zentrum eine zusammenhängende,
parkähnliche, qualitätsvolle Grünfläche zu realisieren.
Von den Verbauungsbefürwortern wird argumentiert, dass ohnehin ein wesentlicher Teil der Fläche unbebaut
bleibt. Das ist korrekt, verschweigt jedoch zwei wesentliche Aspekte des Vorhabens:
Die Tiefgarage wird unter der Grünfläche durchgeführt, auch unter dem Nachbargrundstück – die
nächste Erweiterung ist somit schon vorbereitet. Wie viele „Letzte Bausteine“ sollen hier noch kommen?
Mit der Darstellung der künftig möglichen Bebauung wird erkenntlich, dass nur noch eine Mindest-Grünfläche
zwischen zwei Bauten und der Landesstraße L58 übrig bleibt. Keine Spur von Erholungsraum oder „Mehrgenerationenpark“.
Die Menschen in Götzis wollen mitbestimmen, wie ihr Zentrum in Zukunft gestaltet wird! Die
1.290 Unterstützungserklärungen für die Volksabstimmung sind ein klarer Auftrag an die
Politik, dass jetzt zuerst die Bevölkerung am Zug ist und dann auf Basis dieser Entscheidung
eine Lösung erarbeitet werden soll.
In unserer heutigen Gesellschaft werden jegliche öffentlichen Lebensräume beengter, künstlicher,
reglementierter und damit ärmer an Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es,
die verbliebenen Freiräume attraktiv zu gestalten. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit
erhalten, ihre Fähigkeiten spielerisch zu entwickeln und selbstbestimmt Natur, Gemeinschaft,
Abenteuer und auch natürliche Grenzen zu erleben. Andererseits sollen auch die Erwachsenen diesen
Naturraum zur Erholung nützen können. Die Möglichkeit, in parkähnlich gestaltete Naturräume
einzutauchen und dort das Veranstaltungsangebot kreativ zu nützen, soll helfen, die eigenen
schöpferischen Kräfte zu mobilisieren. Wertschätzung von Natur und Heimat werden so auf kreative
Art gefördert.
Dieser Text steht nicht etwa in einer Broschüre einer Großstadt – sondern in der Einladung an alle
Bewohner von Göfis zur Mitgestaltung einer öffentlichen Begegnungsfläche im Dorf. Ganz Göfis ist
sicher noch mehr Park als Götzis – aber selbst in dieser relativ kleinen Gemeinde hat man den Mehrwert
solcher gestalteter Freiräume im Ortszentrum erkannt und danach gehandelt. (Spiel – und Freiraum
Bugo-Garten Göfis, umgesetzt 2014)
Qualitätsvoller Grünraum im Zentrum in einer entsprechenden Größe ist ein wichtiges Thema in
sehr vielen Gemeinden. Und es gibt genügend Beispiele: Altach hat eine Grünfläche mit Spielplatz
mitten im Dorf. In Frastanz gibt es einen gelungenen Gemeindepark mit altem Baumbestand mitten
im Zentrum. Göfis mit dem Bugo-Garten und die Vorarlberger Städte sowieso. Ein Park wird nicht
als Luxus gesehen, der nur Kosten verursacht, sondern als sehr wertvolle Investition.
Warum soll das nicht auch bei uns möglich sein, wo gerade im Umfeld dieses Grundstücks zahlreiche
Wohnungen entstanden sind und noch entstehen werden, wo attraktive Einkaufsmöglichkeiten geschaffen
wurden und so ein Zentrum entstanden ist, das zwar mitten im Ort liegt, aber noch wenig durchlässig
ist, fast ein eigenes Zentrum im Zentrum. Ein weiterer Baukörper als Abschluss quer zur Achse der
bestehenden Gebäude wird diesen Eindruck noch verstärken.
Es ist nicht die Frage, ob wir uns einen Park leisten können, sondern ob wir es uns leisten
können, nicht darüber nachzudenken!
Der Gemeindepark mit einer naturnah gestalteten Spiel – und Freifläche bietet neue Möglichkeiten
für die Gastronomie an der L58 – quasi „übr´d Gass“.
Mit einer Gestaltung der Grünfläche stehen dann auch kreative Außenbereiche für die
Kinderbetreuungseinrichtungen am Garnmarkt zur Verfügung. Für Veranstaltungen im Freien gibt es
vielfältige Möglichkeiten. Von der spontanen Jam-Session bis hin zum Theaterzelt und Lesungen
der Bibliothek. Und nicht zuletzt wird sich für die gesamte Götzner Bevölkerung die Attraktivität
des Ortszentrums erhöhen, wenn es dort Begegnungsraum gibt, Treffpunkte ohne Konsumzwang mit
Spielmöglichkeiten für Kinder, aber auch ganz einfach „Bänkle“ unter Bäumen um Sonne zu tanken.
Daran mitzuwirken laden wir alle ein. Gehen Sie zur Volksabstimmung am 19. März. Allein schon eine
„Denkpause“ vor der endgültigen Verbauung kann unserer Dorfmitte die Chance geben, von einem
Einkaufszentrum zu einem Begegnungsraum zu werden und so beide Qualitäten miteinander zu verbinden.
Baue Kindern eine Hütte, und sie werden Bretter daraus machen! Gib Kindern Bretter, Hammer und Nägel,
und sie werden eine Hütte bauen. Die nachwachsende Generation will gestalten. Wer diesen Wunsch nicht
aufbauend ermöglicht, verurteilt unsere Kinder zum Zerstören.
JA, es geht um Ihre Stimme bei der Volksabstimmung zum Gemeindepark am 19. März. Ein JA zu echtem
Grünraum im Zentrum, ein JA zu Werterhalt und Weitblick für die künftige Generation. Ein JA zur
Steigerung der Lebensqualität für alle, die in Götzis nach dem Einkaufen und Flanieren auch genießen
und verweilen wollen. Ein JA, das alle Möglichkeiten offen lässt und Raum schafft, für soziale und
wirtschaftliche Entwicklung.
40.000 m2 wurden im Zentrum von Götzis durch private Investoren als Garnmarkt nutzbar gemacht. Diese
Entwicklung sehen wir als Chance für Götzis. Durch die Anstrengungen der Betreiber und das Bemühen der
Unternehmer und Dienstleister Am Garnmarkt ist aus dem ehemaligen Fabrikgelände ein wirtschaftliches
Zentrum geworden. Diese Entwicklung gilt es nun für die Zukunft abzusichern.
Dazu braucht es neben den Handelsgeschäften, Ärzten und Dienstleistern auch eine große Grünfläche als
Ausgleich zur kommerziellen Nutzung. Eine Fläche für Menschen, die gerade nicht konsumieren wollen oder
Abwechslung nach der Shoppingtour suchen. Ein Raum zum Erholen, Kraft tanken, spielen usw., wo Jung und
Alt, Aktion und Ruhe nebeneinander Platz haben. Wo sich unterschiedliche Menschen und Generationen
begegnen und gegenseitig anregen. Ein echter Grünraum, wo Naturerleben auch im Zentrum möglich wird –
ein Gemeindepark, wie wir ihn als Möglichkeit vorschlagen.
Zur Zeit sind genau NULL(!) Quadratmeter öffentlich nutzbarer Grünraum innerhalb des Garnmarkts vorhanden.
Nun soll auch noch das letzte Zentrumsgrundstück im Besitz der Gemeinde, das sich für echten Grün- und
Erholungsraum eignet, aufgeteilt und verwertet werden. So wie aus einem zerteilten Kalb nie eine lebendige
Kuh wird, ergeben aufgeteilte kleinere Grünflächen auch keinen qualitätsvollen Grünraum oder gar einen
ganzen Mehrgenerationenpark. Das Ganze ist bekanntlich mehr als die Summe der Einzelteile.
Stimmen Sie am 19.3. mit JA, damit wir gemeinsam einen attraktiven, einladenden Zugang zum Garnmarkt
schaffen können. Eine Grünfläche, über die wir selbst bestimmen können, die wichtige soziale Funktionen
erfüllt und durch positive Effekte die Wirtschaft belebt.